Veröffentlicht am: 9. September 2026Kategorien: Projekt

Der Wettbewerb

Ein Meilenstein für das Schweizer Memorial: Nach über drei Jahren Vorarbeit und einem international beachteten Wettbewerb mit 55 Bewerbungen, davon 11 in der näheren Auswahl, steht das Siegerprojekt für den Erinnerungsort in Bern fest. Ein Rückblick auf den Weg dorthin – und ein Ausblick auf die nächsten Schritte bis zur Realisierung 2027/2028.

Das in dieser Woche in Bern vorgestellte Siegerprojekt bildet den vorläufigen Höhepunkt eines Prozesses, der sich über mehr als drei Jahre erstreckt hat.

Den Ausgangspunkt bildete der Entscheid des Bundesrates vom 26. April 2023, in der Stadt Bern einen nationalen Erinnerungsort für die Opfer des Nationalsozialismus zu schaffen. Der Bundesrat bewilligte dafür 2,5 Millionen Franken und beauftragte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mit der Umsetzung. Als Standort stellte die Stadt Bern die Casinoterrasse zur Verfügung – einen zentralen, geschichtsträchtigen Ort in unmittelbarer Nähe des Bundeshauses.

In den folgenden zwei Jahren erarbeitete das EDA gemeinsam mit der Stadt Bern sowie den zivilgesellschaftlichen Initianten des Projekts, die Grundlagen für einen internationalen Wettbewerb. Dieser wurde im Juli 2025 auf der Beschaffungsplattform simap.ch ausgeschrieben und stiess auf ausserordentliches Interesse: 55 interdisziplinäre Teams bewarben sich, von denen die Jury Ende 2025 elf für die vertiefte Ausarbeitung ihrer Projekte auswählte.

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© ASA+SAGA

Siegerprojekt und weitere Schritte

Die Beurteilung der eingereichten Projekte erfolgte im Sommer 2026 und führte zur Wahl von «unfolded minute» als Siegerprojekt – vorgestellt an einer Pressekonferenz mit Bundesrat Ignazio Cassis, Stadtpräsidentin Marieke Kruit und Jurypräsidentin Madeleine Schuppli. Eine Klangwand macht individuelle Schicksale von Opfern mit einminütigen Klangfolgen sinnlich erfahrbar. Ergänzt wird dies durch digitale Informationstafeln, die Vermittlungsinhalte bieten. Der Beitrag schafft einen Erinnerungsort, der künstlerischen Ausdruck mit historischer Vermittlung verbindet. Mit diesem Entscheid ist ein wichtiger Meilenstein erreicht; es folgen nun die Baubewilligungsverfahren. Die Fertigstellung des frei und kostenlos zugänglichen Erinnerungsortes ist für 2027/2028 vorgesehen.

Ein Trägerverein soll langfristig die Verantwortung für Betrieb, Unterhalt und Weiterentwicklung des Erinnerungsortes übernehmen. Der Verein wurde im Juni 2025 vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG), der Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz (GMS) und dem Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich (AfZ) gegründet. Der Erinnerungsort in Bern ist ein zentraler Pfeiler des Schweizer Memorials, welches auch aus dem Netzwerk und dem geplanten Vermittlungszentrum in Diepoldsau besteht.

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© Rahel Zaugg

Die Ausstellung aller 11 von der Jury vorausgewählten Projekte im Zentrum Paul Klee in Bern ist vom Mittwoch 23. bis Samstag 26. September 2026, jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr, öffentlich kostenlos zugänglich.

 

Mehr Informationen zum Wettbewerb beim EDA.

Zur Ausschreibung auf simap.

Zum Siegerprojekt auf simap.